SprengstoffExotische TänzeCASAblankaDie Radios der NächteDer Utopist und das GespenstDie Seele des BabysBeutelschneider und die Banditen Diesseits und jenseitsDie Menschen voller BosheitDie Kolben der DampflokDer feine Duft, FragezeichenMagie der NaturZeitspiegelMusikalische Klänge aus dem GrabAngst, verrückt zu werdenDie Gabe GottesRebellieren auf dem BergAbschied in der FinsternisNeblige TageThrillerReise ins UngewisseFeuer auf den BergenDIE RADIOS DER NÄCHTE

 

 

 

ROMANVORSTELLUNG

 

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Ich bin mir sicher, nicht alle in der Bar aus Istanbul sind; manche haben Brisen von Nordosten, manche von Südwesten, einige kommen in Form eines Sturms aus Nordwesten, manche haben Eigenschaften vom Schirokko. Es gibt auch einige, die aus Norden und Osten wehen, um die Stadt mit hellen Hoffnungen zu erobern … Istanbul; eine Stadt, die nach allen Brisen, Winden und Stürmen offensteht. (S. 25)

 

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Nach einem lauten Knall in den Ohren sprang ich plötzlich wie alle anderen auf. Einige der Leute, die herumliefen und schrien, stießen sich hin und her, während die von der Hängedecke abgebrochenen Partikel auf meinen Kopf fielen. Ich schaute erstaunt zurück. Am Tisch direkt hinter mir saß niemand, die Marmorplatte des Tisches dahinter war zerbrochen, und ein Mann am Tisch, starrte mich an wie Charlie Chaplin, der Stummfilmheld, dessen Bombe in seiner Hand explodierte. Wir hatten Augenkontakt, auf einmal floss viel Blut aus seinem zerrissenen Bauch. (S. 42)

 

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Als der Abend näher rückte, wurde es kälter. Während wir drinnen unsere Schlafplätze herrichteten, versäumten wir es nicht, vor der Höhle entzündetes Feuer mit Holz zu füttern. Nach Einbruch der Dunkelheit an diesem ruhigen Ort war es uns ein Vergnügen, Tee zu kochen, zu trinken, Worte um das Feuer zu wirbeln, wo niemand außer uns Fünfen ist. (S. 67)

 

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Ihre Augen füllten sich mit Tränen, schnappte sie schnell ihre Handtasche und ihren Mantel, lief zur Außentür, ging mit dem gleichen Anlauf aus der Tür raus, ohne sich umzusehen, hat sich sogar keine Zeit gelassen, ihren Mantel anzuziehen. Alles wurde rasch gelaufen und das war besser so. (S. 96)

 

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Wir betreten das Haus, Murat kommt von der anderen Seite des Hauses heraus, vorne ist eine niedrige Mauer, ein schmales Tor und hinter der Mauer ist ein dunkler Garten. Murat geht in den Garten, ich schreie hinter ihm her; „nein, nein, geh nicht in diesen Garten, es ist der Garten von jemand anderem, komm sofort zurück!" (S. 106)

 

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Ich ging raus und schaute rundumher. Drüben auf der nebligen Straße, etwa fünfzig Meter weit, stand sie im Nebel, mit sich selbst. (S. 122)

 

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Nach diesem, mich tief berührenden Gespräch saß ich lange Zeit hilflos, bewegungslos, atemlos und was weiß denn ich, mit allem Drum und Dran, was noch endlich los ist … Es war dunkel, sowohl räumlich als auch innerlich. Ich versuchte, mich selbst im Dunkeln zu finden; schaltete die kleine Lampe auf dem Couchtisch ein. (S. 124)

 

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Unten im Tal fließt ein Bach in seinem breiten Bett, die andere Talseite ist noch steiler felsig. Als ich sah, dass nicht mal ein Vogel flog, fing ich an zu schreien, schrie rebellisch, so laut ich konnte. Ich schrie alles, was ich wollte, und niemand hörte mich, außer Gott. (S. 161)

 

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Ich erinnerte mich an den Traum, den ich vor einer Woche hatte. Ich öffnete mein Notizbuch und las meine Notiz von diesem Tag noch einmal, wobei ich mich über das Mädchen in der gelben Hose in meinem Traum wunderte; die Gabe Gottes. (S. 162)

 

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Also, ich kann mit niemandem darüber reden. Erst muss ich meiner selbst sicher sein, ob ich den Verstand verliere, nicht andere. Nun, wie soll ich wissen, ob ich verrückt werde, wenn kein Verstand mehr im Kopf ist?! (S. 171)

 

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Ich höre Klänge von unten, aus dem Keller, gehe hin. Während ich die Treppe hinuntergehe, wird es dunkler und der Klang klarer. Dies ist ein musikalischer Klang. Ich sehe mich um, will wissen, woher die Musik kommt. Ich sehe dort ein Grab, komme immer näher, musikalische Klänge kommen aus dem Grab. (S. 182)

 

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Wer weiß, wie lange noch diese leblosen Felsstücke die Blicke der weiteren Zivilisationen auf sich ziehen werden und irgendwann widerspiegeln; so wie ein Zeitspiegel. Als ich im Kindesalter manchmal die Felsen betrachtete, versuchte sie mit meinen Augen in menschliche oder tierische Gestalt zu formen, und konnte sie sehen. Ein winziger Blick genügte riesige Felsen zu gestalten. (S. 197)

 

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Wir begannen auf dem Pfad entlang des Flusses in Richtung der Stadt zu gehen. Es war schon dunkel, und wir hatten noch etwa drei Stunden Zeit, bei leichtem Schneefall zu laufen. Schneeweiß sorgte für eine ausreichende Sicht. Cingöz witterte die Wölfe, knurrte gelegentlich und wurde mürrisch, er teilte uns mit, sie seien in der Nähe. Nach einer Weile tauchten sie endlich auf und folgten uns. (S. 204)

 

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Die prächtige Frau schlängelte sich wie ein Fragezeichen vor meinen Augen, eine mysteriöse Schönheit, so wie jeder geheimnisvolle, feine Duft; weiß jemand, woher eine Rose ihren Duft hat? (S. 213)

 

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Während Nathalies wunderschöner, nackter Körper wie ein prächtiges Ölgemälde vor meinen Augen stand, pfiff die Lokomotive lange, dann bewegten sich die Kolben der Dampflok. (S. 242)

 

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Sie hätten durchaus jemandem Schaden zufügen müssen, so wie viele andere Menschen. Ich frage mich, warum solche Menschen voller Bösem sind! Wollen sich anderen Menschen gegenüber so beweisen, indem sie etwas Böses tun? Vielleicht ist das Böse ein Lebensmittel für sie, ohne das können sie nicht leben. Sie werden etwas falsch machen und ihre Blute damit füttern, sonst sterben sie an Anämie oder Unterernährung. (S. 270)

 

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„Habt ihr die Dame gesehen, mit der ich gesprochen habe?", frage ich. Die Antwort ist; „niemand war bei dir, du hast mit dir selbst gesprochen“, gewesen. „Nein! Ich hatte Silvia bei mir, sie war gestorben, ich habe mit ihr gesprochen, habe sie sogar berührt.“ (S. 278)

 

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Ich denke, es gibt zwei Arten von Beutelschneiderei: Die erste ist modisch; da macht man lange Finger ohne Waffen. Die zweite ist altmodisch; da zieht man seine Waffen und sie werden Banditen genannt. Die erste geschieht bei Tageslicht, die zweite in dunklen Nächten. (S. 308) 

 

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Es muss Gründe für manche Seelen geben, die darauf bestehen, nicht ins Jenseits zu gehen, insbesondere wenn es sich um die Seele eines Kindes handelt, das noch nicht einmal sein irdisches Leben genossen hat. (S. 351)

 

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Werden sie wirklich kommen? Ich muss mit jemandem reden; aber mit wem? Zwischen diesen, vier turbulenten Wänden befinden sich nur ein Utopist ohne Ruder und ein Gespenst, das herumflattert. (S. 359)

 

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„Moment mal! Die türkischen und spanischen Behörden führten monatelange Nachforschungen durch, um festzustellen, ob es bei diesen abgestürzten Flugzeugen einen Herstellungsfehler gab, und diese Flugzeuge durften nicht fliegen, bis das Geheimnis von Laden gelüftet wurde …  Dank dir dürfte CASA diese Flugzeuge weiterverkaufen.” (S. 409)

 

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Ilhan zog die Grenze. Das vierte Radio ist unter Kontrolle, es wird kein Fünftes mehr geben. Das Radio jeder Region spielt anderssprachig ab. Ich kann nicht sagen, dass jeder die Kanäle der Sendungen nach seinen Wünschen anpasst oder nur die Sendung hört, die ihm passt; da die einigen Menschen versuchen, die Stimmung des Radios zu ändern, indem sie die Sendung in eigenem Holster anpassen und das Radio stören. (S. 419)

 

 

 

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